Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
1. Historie
Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ist im Oktober 2000 aus der damaligen Klinik für Neurologie und Psychiatrie entstanden. Bei der Wismarer Nervenklinik handelt es sich um eine der ältesten psychiatrischen Abteilungen an einem Allgemeinkrankenhaus in Deutschland. Bereits im Jahr 1955 wurden die ersten Patienten auf einer neuropsychiatrischen Station in der Poliklinik am Lindengarten behandelt. Im März 1957 wurde dann die Nervenklinik in der Karl-Marx-Straße eröffnet. Nach umfangreichen Umbauarbeiten konnte dann die Klinik für Neurologie und Psychiatrie im Jahr 1970 mit insgesamt 107 Betten in das damalige Bezirkskrankenhaus am Friedenshof integriert werden. Bei einer immer weiteren Entwicklung der beiden Fachgebiete Neurologie und Psychiatrie, machte sich im Interesse der Optimierung der Patientenbetreuung eine Teilung der Nervenklinik in eine Klinik für Neurologie und in eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie erforderlich, welche im Oktober 2000 vollzogen wurde. Seit diesem Zeitpunkt wurde ein verstärktes Augenmerk auf eine differenzierte Behandlung psychisch Erkrankter gelegt. Zunehmend wurden auch die verschiedenen psychotherapeutischen Behandlungsmethoden im stationären Bereich aber auch in der Tagesklinik implementiert. Mit dem Umzug der klinik im April 2004 an den Standort Dahlberg wurden die räumlichen Bedingungen der Klinik deutlich verbessert. Gleichzeitig konnten auch die therapeutischen Möglichkeiten weiter optimiert werden. Seit diesem Zeitpunkt trägt die Klinik den Namen "Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik".
2. Versorgungsregion
Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik hat die psychiatrische Pflichtversorgung für die Hansestadt Wismar und den gesamtem Landkreis Nordwestmecklenburg. Entsprechend der freien Arztwahl können nach vorheriger Absprache auch Patienten außerhalb unserer Versorgungsregion aufgenommen und in der Klinik bzw. Tagesklinik behandelt werden.
3. Klinikstruktur
Die Klinik besteht aus einem stationären Bereich sowie einer externen Tagesklinik und einer psychiatrischen Institutsambulanz (PIA). Der stationäre Bereich befindet sich am Standort "Dahlberg", während sich die Tagesklinik und die psychiatrische Institutsambulanz am Standort "Dr. Unruh-Straße" befinden.
Fachbereiche am „Dahlberg"
- Allgemeinpsychiatrie (Station P2b)
- Psychotherapie und Psychosomatik (Station P2a)
- Gerontopsychiatrie mit integrierter Tagesklinik (Station P3)
- Abhängigkeitserkrankungen (Station P1)
Fachbereiche Dr. Unruh-Straße 14
- Tagesklinik
- Psychiatrische Institutsambulanz
Komplementärtherapiebereiche
- Musiktherapie
- Ergotherapie
- Bewegungs-Physiotherapie
Sozialdienst
Im Fachbereich Allgemeinpsychiatrie erfolgt die Diagnostik und Behand-lung insbesondere psychoreaktiver Krisen, affektiver Störungen und schizo-phrener Psychosen. Zusätzlich werden Neurosen, Persönlichkeits-störungen, psychosomatische Erkrankungen, posttraumatische Belastungs-störungen sowie psychosoziale Krisen behandelt.
Im Fachbereich Psychotherapie / Psychosomatik werden psychische Störungen und Erkrankungen, wie z. B. posttraumatische Belastungs-störungen, Ängste, Zwänge, Persönlichkeitsstörungen und psychosoma-tische Erkrankungen, u. a. nach den Grundsätzen der verhaltensanaly-tischen Medizin therapiert.
Im Fachbereich Abhängigkeitserkrankungen erfolgt eine qualifizierte Entzugs- und Motivationsbehandlung. Behandelt werden Abhängigkeiten von Alkohol, Medikamenten und Mehrfachabhängigkeiten. Eine Notfall-behandlung von drogenabhängigen Patienten ist möglich.
Der Fachbereich Gerontopsychiatrie ist der Behandlung psychisch kranker älterer Menschen ab dem 60. Lebensjahr vorbehalten. Der Schwerpunkt liegt in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung von Depressionen und schizophrenen Psychosen, psychoreaktiven Störungen und von hirnorganischen Erkrankungen im Alter. Die Therapie ist sowohl unter vollstationären als auch unter tagesklinischen Bedingungen möglich.
In der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie werden psychische Störungen in einem teilstationären Rahmen behandelt, der eine hohe Behandlungsintensität und die Kopplung verschiedener Methoden ermöglicht, ohne dass der Patient den Bezug zu seinem häuslichen Umfeld verliert. Durch den psychotherapeutischen Behandlungsschwerpunkt werden die Fähigkeiten zur Krisen- und Konfliktbewältigung gestärkt und bilden so eine gute Voraussetzung für eine dauerhafte psychische Stabilisierung.
Eine tagesklinische Behandlung kann im Anschluss an einen vollstationären Aufenthalt oder zur Intensivierung einer nicht mehr ausreichenden ambulanten Therapie erfolgen.
Die psychiatrische Institutsambulanz bietet durch ein komplexes Therapieangebot (Arzt, Fachkrankenschwester, Ergo- und Psychothera-peut) die Möglichkeit sowohl einer ambulanten Nachsorge nach einer stationären oder tagesklinischen Behandlung als auch einer Therapie für krisenhaft oder chronisch schwer erkrankte Patienten.
In allen Fachbereichen der Klinik gibt es ein umfangreiches komplementär-therapeutisches Behandlungsangebot:
Die psychotherapeutisch orientierte Musiktherapie ist eine non-verbale Therapieform. Mit Hilfe der Musik ist es möglich, Zugang zu Gefühlen, zur Wahrnehmung und zum Erleben zu bekommen und Beziehungen herzu-stellen.
Die kommunikative Bewegungstherapie ist ebenfalls eine non-verbale Behandlung. Hier wird die Kommunikation über Gestik, Mimik und Motorik therapeutisch genutzt.
Die Ergotherapie soll psychisch Kranken die Möglichkeit eröffnen, ihr seelisches Befinden mittels kreativer und handwerklicher Techniken sowie lebenspraktischer Übungen verbessern zu helfen. Die aktive Auseinander-setzung mit den angebotenen Techniken, Materialien und Medien und die gefundenen Umsetzungsmöglichkeiten stärken das Selbstvertrauen und helfen, das alltägliche Leben zu bewältigen.
Behandlungsspektrum:
- Diagnostik und Therapie aller psychiatrischen Erkrankungen
- moderne Pharmakotherapie
- enge interdisziplinäre Zusammenarbeit (somatische Diagnostik und Mitbehandlung)
- Verhaltenstherapie (Einzel- und Gruppentherapie)
- tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie (Einzel- und Gruppentherapie)
- psychologische Hirnleistungsdiagnostik
- Hirnleistungstraining
- EMDR (Traumabehandlung)
- Musiktherapie (Einzel- und Gruppentherapie)
- Entspannungstherapie (Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation)
- Ergotherapie (Einzel- und Gruppentherapie)
- Physiotherapie und kommunikative Bewegungstherapie (Einzel- und Gruppentherapie)
- Informationsvermittlung
- Lichttherapie
- Soziotherapie
- Akupunktur
- Genusstraining
- Vorbereitung der ambulanten Weiterbehandlung und Betreuung
- Vermittlung von Nachsorge- und Rehabilitationsbehandlung