Das Krankenhaus im Wandel der Zeit
Die HANSE-Klinikum Wismar GmbH hat eine sehr lange Geschichte, die sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt. Sie beginnt bald nach der Reformation Martin Luthers. Vor der Reformation gab es bereits Krankenhäuser unter kirchlicher Leitung (Periode der Mönchsmedizin).
Krankenhausgründung um das Jahr 1250
Die Gründung des ersten Hospitals erfolgte in Wismar bald nach der Stadtgründung um 1250. Es war das Heilig-Geist-Hospital, von dem das 1411 erbaute „Lange Haus“ noch heute erhalten ist (Neustadt / Ecke Lübsche Straße). Bis 1409 gab es neben zwei weiteren Hospitälern in der Nähe der Lübschen Burg und im Bereich der heutigen Großen Stadtschule das Krankenhaus der Dominikanermönche im Schwarzen Kloster (heute Katersteig). Als das Schwarze Kloster im 17.Jahrhundert geschlossen wurde, wurden Teile davon zum Krankenhaus für die Armen umgebaut und das ursprüngliche Krankenhaus der Mönche als Kornkammer genutzt.
Durch den Bürgermeister Johann Anton Haupt wurde es 1833 wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt und blieb bis 1909 in Funktion. Ab 1888 wurde es von Dr. Hugo Unruh geführt, der sich unermüdlich für den Bau eines neuen Krankenhauses einsetzte. Am 25. Mai 1909 wurde das neue Krankenhaus am Dahlberg mit 90 Betten eröffnet, das bis 1919 von Dr. Unruh geleitet wurde.
1939 wurde am Friedenshof ein Luftwaffenlazarett zur Nutzung übergeben, das aus damaliger Sicht den höchsten medizinischen und technischen Anforderungen entsprach. Dieses Lazarett sollte nach Kriegsende als Militärobjekt gesprengt werden. Dem damaligen Bürgermeister Wismars, Herrn Severin, gelang es, die vorgesehene Sprengung zu verhindern und die Gebäude als Unterkunft für die vielen Flüchtlingsfamilien aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands herzurichten.
Nach umfassenden Umbauten des Ostflügels wurde 1960 eine der modernsten Frauenkliniken im Norden der damaligen DDR eingerichtet. Voraussetzung für die schrittweise Wiedereinrichtung eines Krankenhauses am Friedenshof war der Auszug der Flüchtlingsfamilien in das neu erbaute Wohngebiet Wendorf. In den darauf folgenden Jahren wurden umfangreiche Baumaßnahmen vorgenommen, durch die weitere medizinische Einrichtungen des Krankenhauses am Friedenshof untergebracht werden konnten. Die gesamte technische Infrastruktur dieses Standortes wurde erneuert und erweitert.
Bereits in den 70iger Jahren wurden Überlegungen darüber angestellt, ob die Zusammenführung aller Kliniken und Fachabteilungen am Friedenshof möglich wäre. Aus wirtschaftlichen Gründen blieb dieses Konzept bis ins Jahr 1990 nur eine Wunschvorstellung, die mit den Chancen und Möglichkeiten der Wiedervereinigung realistisch wurde.
In Abstimmung mit dem Sozialministerium wurde eine Ziel- und Entwicklungsplanung für die Zentralisierung des Städtischen Krankenhauses am Standort Friedenshof erarbeitet. Mit umfangreichen Um- und Neubaumaßnahmen begann ab 1992 die schrittweise Umsetzung dieser Vision.
So wurden zum Beispiel die Krankenhausapotheke, das Verwaltungsgebäude und die Geriatrie fertiggestellt, die Krankenhausküche, die Zentralsterilisation und der gynäkologische OP saniert. 1998 wurde ein Magnet-Resonanz-Tomograph errichtet und in Betrieb genommen.
Im Oktober 1999 fand die Grundsteinlegung für den Bau des Funktionsgebäudes statt. Der Bau dieses Gebäudes war der wesentlichste und aus medizinischer und technischer Sicht der anspruchvollste Teil des 1. Bauabschnittes für den Um- und Erweiterungsbau am Friedenshof.
Heute befinden sich hier u.a. moderne Therapie- und Diagnostikbereiche, die Zentrale Notaufnahme, der Zentral-OP, die neue und erweiterte Intensivstation, die Klimatechnik sowie die EDV-Abteilung.
Um die Zentralisierung aller bettenführenden Kliniken vollziehen zu können, war der Neubau eines zusätzlichen Bettenhauses am Friedenshof zeitgleich mit der Fertigstellung des Funktionsgebäudes erforderlich. Im Oktober 2001 fand die Grundsteinlegung für das neue Bettenhaus statt. Am 28. Juni 2003 zogen die Kliniken vom Dahlberg mit ihren Patienten zum Friedenshof.
Am 24. September 2003 wurden das Funktionsgebäude und das neue Bettenhaus offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Seit dem 1. Januar 2006 gehört die HANSE-Klinikum GmbH zur Unternehmensgruppe der Damp Holding AG. Die Damp Holding AG verfügt in Mecklenburg-Vorpommern über 1.500 akutmedizinische und rehabilitative Betten an den Standorten stralsund, Wismar und Ahrenshoop.
Durch die Integration des Krankenhauses in die Damp Holding AG wird sichergestellt, dass auch in den nächsten Jahren weitere Investitionen erfolgen, die die medizinische Versorgung der Bevölkerung Wismars und der Umgebung dauerhaft auf hohem Niveau garantieren.